Jahreshauptversammlung 2020

6. Januar 2020
Die Zukunft der Feuerwehr Neustift ist weiblich. Kommandant und Vorstandsvorsitzender berichten aus einem ereignisreichen Jahr.

Vor zahlreichen Mitgliedern legten die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Neustift bei der Jahreshauptversammlung im Wirtshaus am Neustifter Berg ihre Tätigkeitsberichte ab.

Den Anfang dabei machte der Vereinsvorsitzende Gerhard Huber mit der Begrüßung der anwesenden Mitglieder und der erschienen Honoratioren. Besonders freute sich Huber, dass er neben Fest- und Fahnenmutter Waltraud Samereier, den Ehrenmitgliedern Johann Halser und Josef Bauer, Herrn Kreisbrandinspektor Johann Walch, den Bürgermeistern Stefan Lang und Ludwig Nothaft auch den noch amtierenden Landrat Franz Meyer begrüßen konnte. Vier treue Vereinsmitglieder fehlten besonders schmerzlich unter den Anwesenden. Jakob Leidecker, Eduard Mayer, Josef Schlotter und Hans Kaiser mussten im vergangen Jahr zu Grabe getragen werden. Ihren wurde mit einer Gedenkminute von der Versammlung gedacht.

Landrat Meyer dankte in seinem Grußwort der FF Neustift sowie allen 143 Wehren im Landkreis für ihre Einsatzbereitschaft. Dabei erinnerte er besonders an die Katastrophenfälle von 2013, 2016 und 2017, die im Landkreis – auch dank der Feuerwehren – bewältigt wurden. Nicht ohne Stolz stellte er fest, dass jeder 21. Einwohner des Landkreis Passau aktives Mitglied einer Feuerwehr ist. Zum Vergleich: In Bayern nur jeder 40. Umso mehr habe er kein Verständnis wie in jüngerer Vergangenheit mit den Hilfskräften umgegangen werde. Hier forderte der Landrat mit Nachdruck von allen Bürgern mehr Anstand, Fairness und Respekt gegenüber den Hilfsorganisationen ein. Mit den Worten „Hoits zam“, denn das ist die Stärke unserer Heimat, verabschiedete sich Franz Meyer um einen weiteren Termin wahrzunehmen.

Jugendwart Sebastian Huber berichtete von den vielfältigen Aktivitäten seiner sieben Mann starken Jugendmannschaft im abgelaufenen Jahr. Auf dem Programm standen 16 Jugendübungen, die Gemeindejugendübung, der Jugendwissenstest in Aldersbach, die Absolvierung der Jugendflamme und das Jugendleistungsabzeichen, die von allen Jungfeuerwehrlern bestanden wurden. Dazu ließen es sich die Jugendlichen nicht nehmen auch bei allen Übungen und Aktivitäten der Erwachsenen präsent zu sein. Highlight 2019 war aber natürlich wieder das Jugendzeltlager, das in diesem Jahr in Kirchberg vorm Wald stattfand. Beim Lagerwettkampf belegten die Neustifter Feuerwehranwärter unter den 38 angetretenen Jugendwehren einen hervorragenden 8. Platz. Mit Laura Voggenreiter und Kristina Anthofer kann die Neustifter Jugendgruppe zwei Neuzugänge verzeichnen. Da Lukas Maier altersbedingt in die aktive Mannschaft aufrückt, startet die Jugendwehr mit einer Mannschaftstärke von 8 Jugendlichen in die neue Saison.

Zu Beginn seiner Ausführungen gab Kommandant Orthuber aber seine Hoffnung Ausdruck, vielleicht in naher Zukunft noch über 10 Jugendfeuerwehrmitglieder zu kommen und bat alle Anwesenden kräftig Werbung für die Feuerwehr zu machen. Der Wehrführer berichtete von den 22 Einsätzen und Sicherheitswachten im abgelaufenen Jahr. Das Einsatzspektrum reichte vom überfluteten Keller über mehrere umgestürzte Bäume, diversen Verkehrsabsicherungen bis hin zu drei Bränden. Über mehrere Tage musste sich die Neustifter Wehr mit einer Ölhavarie auseinandersetzen, da die Ölsperren regelmäßig kontrolliert werden mussten. Insgesamt waren die Feuerwehleute aus Neustift im letzten Jahr 237 Stunden im Einsatz. Für Übungen wurden 1.601 Stunden von den Feuerwehrleuten und -anwärtern erbracht. Ein Großteil der Zeit wurde dabei für die Ausbildung für das Leitungsabzeichen aufgewendet, dass im Frühjahr von zwei Gruppen erfolgreich absolviert wurde. Neben den obligatorischen Monatsübungen wurde eine Erste-Hilfe-Auffrischung, eine Winterschulung, zwei Gruppenführerschulungen am eigenen Standort durchgeführt. Zudem nahm man an der Frühjahrshauptübung in Buch, der Herbstübung in Hitzling, sowie an zwei Gemeinschaftsübungen mit Nachbarwehren und an zwei Funkübungen teil. Die Atemschutzmannschaft übte zudem 4 Mal in der Atemschutzstrecke in Vilshofen sowie je einmal in der Brandschutzanlage Osterhofen und im Brandschutzcontainer Furtweiher. Auch zahlreiche Lehrgänge wurden von den Mitgliedern der FF Neustift 2019 besucht. Tobias Schafflhuber ließ sich an der Feuerwehrschule in Regensburg zum Gruppenführer ausbilden. Simon Oswald, Sebastian Seitz und Florian Orthuber absolvierten die modulare Truppausbildung und die beiden letzteren auch den Funklehrgang. Gerhard Huber und Willi Oswald ließen sich am Schaumtrainer ausbilden, Sebastian Huber und Andreas Wippl am Sondersignalfahrsimulator. Mit 43 Aktiven - 16 davon als Atemschutzgeräteträger - und 12 Gruppenführern ist die Personalstärke gut ausreichend über den Mindestforderungen. Gerne nimmt die Feuerwehr Neustift aber noch Mitbürger/innen auf, die sich auch in der aktiven Feuerwehrmannschaft engagieren wollen.

Auch für 2020 sind neben der Ausbildung einige Projekte geplant. Im Oktober hatte der Marktgemeinderat die Beschaffung von Mannschaftstransportwagen für die vier Atemschutzwehren der Gemeinde beschlossen. In der Fahrzeughalle der FF Neustift sind einige Umbauten notwendig, um die gesetzlichen Auflagen der Unfallverhütungsvorschriften zu erfüllen. Mit diesen Arbeiten wurde bereits zum Jahreswechsel begonnen. Der Schlauchtrog, der durch die Zentrale Schlauchwäsche in Vilshofen überflüssig wurde, wurde abgebrochen. Damit wurde der Platz geschaffen, um die Spinde, die aufgrund des Stellplatzbedarfs des neuen Fahrzeugs, entfernt werden müssen, neu aufzustellen. Bis zum Eintreffen des neuen Fahrzeugs muss noch die Toranlage erneuert und das bestehende Vordach angepasst werden. Auch die in die Jahre gekommene Heizungsanlage wird im Zuge der Umbaumaßnahmen erneuert. Abschließend bedankte sich Kommandant Orthuber bei allen Aktiven und Funktionsträgern, Verein und Vorstand, bei der Feuerwehrführung und bei der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Gerhard Huber berichtete in seinem Vortrag von den Vereinsaktivitäten abseits der aktiven Mannschaft. Auch der Verein hatte im vergangen Jahr viel auf dem Programm. Nach der Jahreshauptversammlung stand gleich der Faschingsball auf dem Programm, der 2019 turnusgemäß von der Feuerwehr ausgerichtet wurde und, da die Feuerwehr nicht wie beim letzten Mal 2015 bestohlen wurde, blieb sogar noch ein Gewinn übrig. Das Ehrenmitglied der FF Neustift Josef Bauer wurde von der Marktgemeinde Ortenburg mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Zu dem Festakt war natürlich auch eine Abordnung der Feuerwehr eingeladen. Denn der „Hansbauer-Sepp“ hat die FF Neustift in vielen Funktionen, z.B. als Gruppenführer, Schriftführer, Interims-Kommandant und Chronist, entscheidend mitgeprägt. Ein besonderer Tag für die FF Neustift war natürlich der Floriani-Tag, den die Feuerwehr mit Gottesdienst und Festabend beging. Die Grillfeier an Fronleichnam zog wieder viele Gäste an und bleibt ein starkes finanzielles Standbein des Vereins. Überdies nahm der FF Neustift an den Festen der örtlichen Vereine und am Feuerwehrfest in Alkofen teil. Zum Jahresende brachte die Jugendfeuerwehr wieder das Friedenslicht aus Bethlehem in die Pfarrei Neustift. Am Ende seines Berichts bedankte sich der Vorsitzende Huber bei allen, die sich für die Feuerwehr Neustift einsetzen. Dabei ist es egal, ob als aktives, passives oder förderndes Mitglied, als Helfer oder Torten- und KuchenspenderInnen bei den Vereinsfesten, als Spendensammler oder Spender.

Abschließend stellte Kassier Johann Samereier seinen Kassenbericht vor. Obwohl mit über 4.000 € viel in die aktive Mannschaft investiert wurde, bleibt 2019 ein Überschuss von ca. 5.300 €. Da aber durch die Fahrzeugbeschaffung und den Hallenumbau die nächsten Kosten bereits auf den Verein zukommen, ist dieses Polster sicher nicht unnötig. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde die Vorstandschaft von der Versammlung entlastet.

In seinem Grußwort bedankte sich Bürgermeister Stefan Lang für das Engagement der Feuerwehrleute. Er stellte das weitere Investitionsprogramm der Gemeinde für die Feuerwehren, insbesondere die Fahrzeugneubeschaffungen vor. Die Bauanträge für die An- und Umbauten der Feuerwehrgerätehäuser sind bereits auf den Weg gebracht. 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Für 2021 sei dann der Zugang der Mannschaftsfahrzeuge für die Feuerwehren aus Dorfbach, Söldenau, Neustift und Unteriglbach geplant. Für den Jahreswechsel 2020/2021 soll ein Katastrophenschutzfahrzeug zur FF Ortenburg kommen. Der nötige Stellplatz ist bereits vorhanden. Die Sammelbestellung über das ILE-Programm für 30 Wehren gemeinsam, ist, gelinde gesagt, gescheitert. Die Gemeinde bemüht sich nun um eine separate und effektive Beschaffung.

Kreisbrandinspektor Johann Walch lobte in seinem Grußwort den Übungs- und Ausbildungseifer der Neustifter Wehr, insbesondere der Jugendfeuerwehr, die im Jahr 2019 keinen Termin versäumte. Er dankte Bürgermeister Lang, für die Investitionen, die im letzten Jahr für die Feuerwehren angestoßen wurden. Abschließend, gab Vorsitzender Huber noch einen Terminüberblick für das kommende Jahr und dankte für die zahlreiche Teilnahme an der Jahreshauptversammlung.